Sieben Entscheidungen im Kunstbahnrodeln, vier im Alpinrodeln: Bei der Doppel-Weltmeisterschaft vom 5. bis 7. Februar in Innsbruck-Igls steht der österreichische Rodelsport gleich doppelt im Rampenlicht. Der ÖRV hat sich einiges vorgenommen: Eine Medaille in jeder Disziplin lautet das ambitionierte Ziel. Während die sportlichen Erwartungen hoch sind, biegen auch die organisatorischen Vorbereitungen auf die Zielgerade ein. Die finale Homologierung des Eiskanals und die Fertigstellung der Naturrodelbahn stehen unmittelbar bevor.
Was zunächst als ambitionierte Vision begann, nimmt nun konkrete Formen an: ÖRV-Präsident Markus Prock hatte die Idee, 2027 eine Doppel-Weltmeisterschaft in Innsbruck-Igls auszutragen und damit ein Stück Rodelgeschichte zu schreiben. Doch zwischen einer guten Idee und ihrer Umsetzung liegt bekanntlich ein weiter Weg. Vor allem braucht es starke Partner, politische Unterstützung und die notwendigen finanziellen Mittel.
Ein steiniger Weg zur Heim-WM
Doch der Weg dorthin verlief alles andere als reibungslos. Zunächst sorgte die gescheiterte Homologierung des Eiskanals Ende des vergangenen Jahres für Unsicherheit. Anschließend entfachten die Diskussionen rund um die neue Naturrodelbahn am Fuße des Patscherkofels weitere Kontroversen. Das Projekt musste einige Herausforderungen meistern – und stand zwischenzeitlich durchaus unter Druck. Mittlerweile haben die Verantwortlichen die entscheidenden Hürden genommen. Die Vorbereitungen liegen im Zeitplan: Mitte November soll der Eiskanal seine finale Homologierung erhalten, auch die Bauarbeiten an der Naturrodelbahn befinden sich in der Abschlussphase.
Damit wird aus einer zunächst gewagten Vision zunehmend Realität. Für den Österreichischen Rodelverband beginnt nun die entscheidende Phase: Eine Doppel-Weltmeisterschaft vor heimischem Publikum ist nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern auch eine große sportliche Chance. Die Trauben hängen hoch – und die rot-weiß-roten Hoffnungen sind entsprechend groß.
Ambitionierte Ziele und große Vorfreude im österreichischen Rodellager
Eine Heim-Weltmeisterschaft ist Segen und Fluch zugleich: Einerseits sorgt das Publikum vor der eigenen Haustür für zusätzliche Motivation, andererseits steigen auch die Erwartungen und der Erfolgsdruck. Wie groß die sportlichen Ambitionen im österreichischen Rodellager sind, wurde bei der heutigen Pressekonferenz deutlich. In insgesamt elf Entscheidungen werden auf der Kunstbahn und der Naturrodelbahn WM-Medaillen vergeben. Die rot-weiß-roten Hoffnungen sind dabei durchaus ambitioniert.
„Unser Ziel ist ein Stockerlplatz in jeder Disziplin“, gibt ÖRV-Präsident Markus Prock die Richtung vor. Gleichzeitig mahnt er zur realistischen Einschätzung: „Dazu haben wir gute Chancen, doch bin ich lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass im Sport viel passieren kann.“ Auch bei den Athleten ist die Vorfreude auf das Heimspiel groß. Für Wolfgang Kindl wird es bereits die zweite Weltmeisterschaft vor heimischem Publikum. „Umso mehr freue ich mich und bin dankbar, dass ich immer noch starten kann!“, betont der Weltmeister. Kaum erwarten kann die Weltmeisterschaft auch Riccarda Ruetz. Die Gesamtweltcupsiegerin 2026 und Vizeweltmeisterin 2025 im Alpinrodeln weiß bereits, wie besonders ein Heimrennen sein kann. Bei der Weltmeisterschaft 2025 im Kühtai sicherte sie sich vor heimischer Kulisse die Silbermedaille. „Ich kann es kaum erwarten, bis es losgeht. 2025 konnte ich bei der Weltmeisterschaft im Kühtai die Silbermedaille gewinnen und weiß daher, wie es sich anfühlt, zu Hause zu starten“, freut sich Ruetz.Damit ist die Marschrichtung klar: Österreich will die Heim-WM nicht nur als Gastgeber genießen, sondern auch sportlich kräftig mitmischen.
Eine Wintergala im Zeichen des Rodelsports
Sportliche Höchstleistungen auf den Bahnen, ausgelassene Stimmung im Zielgelände und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm: Die Doppel-Weltmeisterschaft in Innsbruck-Igls soll nicht nur sportlich, sondern auch abseits der Wettkampfstätten zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Die Planungen für eine dreitägige Wintergala am Fuße des Patscherkofels laufen bereits auf Hochtouren. Ziel ist es, den Rodelsport gebührend zu feiern und die WM zu einem besonderen Winterhighlight für Athleten, Fans und Gäste zu machen.
„Wir möchten den Rodelfans und allen unseren Gästen zeigen, dass es in den Bergen Tirols nicht nur ums Skifahren geht“, unterstreicht Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, bei der Pressekonferenz. Auch ÖRV-Präsident Markus Prock blickt mit großen Erwartungen auf das geplante Rahmenprogramm: „Wir werden jedenfalls alles daransetzen, der Welt zu zeigen, dass die Rodelweltmeisterschaften ein ganz spezielles Highlight werden.“ Besonders am Herzen liegt den Verantwortlichen dabei auch der Nachwuchs. „Ich freue mich besonders für unsere ambitionierten Jugendlichen, dass sie bei der WM alle ihre Heroes live erleben können“, betont TRV-Präsident Marco Holzknecht. Die Begegnung mit den internationalen Rodelstars soll für die jungen Athletinnen und Athleten nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern auch ein zusätzlicher Motivationsschub für das eigene Training sein.
Damit soll die Doppel-WM weit mehr werden als eine Aneinanderreihung von Medaillenentscheidungen: ein großes Winterfest, das den Rodelsport in all seinen Facetten erlebbar macht und Tirol als Gastgeber von seiner sportlichen und emotionalen Seite präsentiert.
Markus Prock zum ÖRV-Damenteam
Am Rande der Pressekonferenz haben wir mit Markus Prock auch über die aktuelle Entwicklung des ÖRV-Damenteams gesprochen. „Wir sind sehr stolz darauf, mit unseren fünf Damen wieder ein absolut konkurrenzfähiges Team zu haben. Eine solche Breite und Leistungsstärke stand uns über Jahrzehnte nicht zur Verfügung. Madelaine Egle hat sich nach ihrer Pause sehr gut zurückgekämpft. Besonders freut mich auch die Entwicklung von Dorothea Schwarz, die bereits in der vergangenen Saison bis hin zu den Olympischen Spielen mit sehr guten Leistungen aufgezeigt hat. Auch bei den aktuellen Trainings hat sie bestätigt, dass sie weiterhin auf einem sehr guten Weg ist und konnte bereits mehrfach mit starken Trainingszeiten auf sich aufmerksam machen. Wir stehen aber nicht nur bei den Damen vor einer spannenden Saison.“
Foto: © Robert Thiem
Herzlich willkommen beim Rodelverein Swarovski-Halltal-Absam
Der Rodelsport in Absam blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Bereits die Salzbergarbeiter der Saline im Halltal nutzten ihre Rodel im Winter, um am Wochenende ins Tal zurückzukehren. Vor diesem historischen Hintergrund ist es wenig überraschend, dass der Rodelverein Swarovski-Halltal-Absam, gegründet 1904, mit über 600 Mitgliedern zu den traditionsreichsten und mitgliederstärksten Sportvereinen in Absam zählt. Der Verein unterhält eine eigene Naturrodelbahn und kann auf zahlreiche Medaillengewinne bei Olympischen Spielen, Landes-, Staats- und Weltmeisterschaften zurückblicken, was ihn zu einem der erfolgreichsten Wintersportvereine Tirols und Österreichs macht.
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Doppel-WM auf der Zielgeraden: Jetzt steigt die Spannung
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