Drei Silber- und eine Bronzemedaille, vier Top-10-Platzierungen und ein elfter Rang – die Bilanz der österreichischen Rodler bei den 25. Olympischen Winterspielen in Cortina ist beeindruckend. Damit zählen diese Spiele zu den erfolgreichsten in ihrer olympischen Rodelgeschichte, seitdem das Rodeln 1964 erstmals ins olympische Programm aufgenommen wurde.
Die Bewertung des Gesamterfolgs bei den Olympischen Winterspielen gestaltet sich aufgrund der Vielzahl an Disziplinen und ihrer unterschiedlichen Ausprägungen als schwierig. Bis 2010 wurden Medaillen ausschließlich in den Einzeldisziplinen und im Herrendoppel vergeben. Mit der Einführung der Team-Staffel bei den Spielen in Sotschi 2014 und der erstmaligen Teilnahme der Damendoppel 2026 in Cortina erweiterte sich das Medaillenprogramm. Vor diesem Hintergrund bleiben die Olympischen Spiele in Albertville 1992 mit vier Medaillen aus drei Disziplinen – darunter Gold für Doris Neuner, Silber für Angelika Neuner und Markus Prock sowie Bronze für Markus Schmidt – die erfolgreichsten in der Geschichte des österreichischen Rodelsports.
Hohe Erwartungshaltung zu Beginn der Spiele
Selten war die Erwartungshaltung an unsere Rodler vor olympischen Winterspielen so groß wie vor den Spielen in Cortina. Das Ziel, in allen fünf Disziplinen eine Medaille zu gewinnen, wurde von höchster Stelle ausgegeben – und das nicht ohne Grund. Ein Blick auf die aktuelle Weltcup-Rangliste unserer Olympiateilnehmer belegt die Berechtigung dieses Anspruchs: Jonas Müller (2. Platz), Nico Gleirscher (4. Platz) und Wolfgang Kindl (6. Platz). Bei den Damen rangieren Lisa Schulte (1. Platz), Hannah Prock (4. Platz) und Dorothea Schwarz (7. Platz) an der Spitze. In den Doppeldisziplinen stehen Egle/Kipp (1. Platz), Gatt/Schöpf (2. Platz) und Steu/Kindl (5. Platz) in den Top-Rängen.
Trotz dieser glänzenden Ausgangslage zeigte sich jedoch, dass bei den Olympischen Spielen eigene Gesetze gelten – vergleichbar mit den unvorhersehbaren Pokalspielen im Fußball. Unsere Rodler führen das immer wieder auf den speziellen Wettbewerbmodus der Einzeldisziplinen und das unverwechselbare Olympiaflair zurück. Während Weltcuprennen während der Saison nahezu wöchentlich stattfinden, sind Olympische Winterspiele nur alle vier Jahre ein einmaliges Ereignis. Von etwa 40 Weltcuprennen gibt es nur alle vier Jahre eine Olympiade – und das spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider.
Silber für Jonas Müller in der Herren-Einzeldisziplin
Jonas Müller hat in der Herren-Einzeldisziplin mit seiner Silbermedaille die hohen Erwartungen erfüllt. Lediglich der überragende Max Langenhahn war für den Vorarlberger uneinholbar. Ganz anders verlief der Wettkampf für Wolfi Kindl und Nico Gleirscher. Wolfi konnte seine konstant starken Leistungen aus den sechs Trainingsläufen nicht wiederholen und musste sich mit dem enttäuschenden achten Rang zufriedengeben. Nico hatte in allen zehn Läufen mit seinem Speed zu kämpfen und belegte schließlich nur den fünften Platz.
Große Enttäuschung in der Damen-Einzeldisziplin
Bei den Damen lief es für Lisa Schulte und Hannah Prock nicht nach Plan. Beide waren mit hohen Erwartungen in Cortina gestartet, doch am Ende belegte Lisa den siebten und Hannah den zehnten Platz. Besonders enttäuschend war die Leistung von Lisa, die sich mehr erhofft hatte. Ein Hoffnungsschimmer kam von unserer 21-jährigen Dorothea Schwarz, die nach einem schweren Fehler im ersten Lauf einen beherzten Wettkampf zeigte und den elften Platz erreichte. Ohne diesen Patzer hätte unsere Absamerin sicher einen Top-10-Platz belegt.
Steu/Kindl belohnen sich mit Silber nach hartem Kampf
Die ÖRV-Rodler hatten ihre Schwierigkeiten, die richtige Abstimmung zu finden – ein Umstand, den ÖRV-Präsident Markus Prock immer wieder betonte. Doch der Mut von Thomas Steu und Wolfi Kindl, auf bewährtes Material zurückzugreifen und damit Silber zu holen, wurde am Ende belohnt. Sie erkämpften sich die Medaille mit einer beeindruckenden Leistung. Für unser zweites Herrendoppel, Gatt/Schöpf, lief es nicht so gut. Trotz solider Leistungen im Training hatten sie in beiden Wettkampfläufen mit Linienproblemen zu kämpfen und landeten auf dem enttäuschenden elften Platz.
Egle/Kipp feiern Olympiapremiere mit Bronze
Für Selina Egle und Lara Kipp war ihre Olympiapremiere ein unvergessliches Erlebnis. Ihr Traum von Gold zerplatzte zwar bereits im ersten Lauf, als ein Fehler im unteren Abschnitt nach der Trofana den beiden einen möglichen Spitzenplatz verwehrte. Ihre direkten Konkurrentinnen, Vötter/Oberhofer und Eitberger/Matschina, fuhren in beiden Läufen konstant stark und waren nicht zu schlagen. Am Ende freuten sich Selina und Lara jedoch über die Bronzemedaille und eine insgesamt gute Leistung.
Versöhnliches Silber für das Team in der Staffel
Ein packendes Rennen lieferten sich die Teams im Staffelrennen. Gleich fünf Teams hatten Chancen auf eine Medaille, doch am Ende waren es erneut die Favoriten, die auf dem Podest landeten: Team Deutschland, gefolgt von Team Österreich und Team Italien. Auch wenn es für Österreich nicht ganz zur Nationalhymne reichte, war die Freude über die Silbermedaille vor allem bei Lisa Schulte groß, die sich nach den enttäuschenden Einzelresultaten über das Podium besonders freuen konnte.
Der besondere Reiz der Olympischen Winterspiele
Die XXV. Olympischen Winterspiele sind für unsere Rodler Geschichte, und nicht nur für sie waren sie eine einmalige Herausforderung. Nach einem kurzen Zwischenstopp zuhause in Tirol geht es nun weiter nach St. Moritz, wo am letzten Februar-Wochenende das vorletzte Weltcup-Rennen der Saison 2025/2026 ansteht. Es ist kaum vorstellbar, wie die Athleten nach der intensiven emotionalen Achterbahnfahrt der Olympischen Winterspiele in Cortina ihre Konzentration erneut auf den Weltcup richten können. Doch wir bleiben gespannt, wer am Ende der Saison die begehrten Kristallkugeln in die Luft stemmen wird.
Für uns Halltaler war es ein besonderes Vergnügen, die Geschehnisse hautnah und ohne Zeitverschiebung verfolgen zu können. So konnten wir die Erfolge unserer Rodler direkt und aktuell auf unserer Webseite www.rodelverein-absam.at teilen. Ein herzliches Dankeschön an über 1.000 Besucher, die während der olympischen Rodlertage unsere Seite besucht haben!
Foto: © FIL/Kristen
Herzlich willkommen beim Rodelverein Swarovski-Halltal-Absam
Der Rodelsport in Absam blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Bereits die Salzbergarbeiter der Saline im Halltal nutzten ihre Rodel im Winter, um am Wochenende ins Tal zurückzukehren. Vor diesem historischen Hintergrund ist es wenig überraschend, dass der Rodelverein Swarovski-Halltal-Absam, gegründet 1904, mit über 600 Mitgliedern zu den traditionsreichsten und mitgliederstärksten Sportvereinen in Absam zählt. Der Verein unterhält eine eigene Naturrodelbahn und kann auf zahlreiche Medaillengewinne bei Olympischen Spielen, Landes-, Staats- und Weltmeisterschaften zurückblicken, was ihn zu einem der erfolgreichsten Wintersportvereine Tirols und Österreichs macht.
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Olympia im Rückspiegel der Rodler
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